Murnau wird Teil des bayernweiten Netzwerks der FrauenOrte
Murnau gehört jetzt zu den „FrauenOrten Bayern“. Das bayernweite Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales initiiert. Es macht Orte sichtbar, die mit dem Leben und Wirken bedeutender Frauen verbunden sind. In Murnau steht Gabriele Münter für den FrauenOrt. Vor dem Schloßmuseum wurde nun die zugehörige Plakette angebracht.
Frauen haben die Geschichte Bayerns in Kunst, Wissenschaft, Politik und vielen weiteren Bereichen maßgeblich geprägt – und tun dies bis heute. Ihre Leistungen und Lebensgeschichten sind in der Geschichtsschreibung und in der öffentlichen Erinnerung jedoch vielfach noch nicht in demselben Umfang sichtbar. Hier setzen die „FrauenOrte Bayern“ an: Sie verbinden die Biografie einer Frau mit einem konkreten Ort ihres Wirkens und rücken damit unterschiedliche Frauengeschichten stärker ins öffentliche Bewusstsein.
Beispiele aus der Region
Garmisch-Partenkirchen ist zum Beispiel mit Lilli Weyrauch von Weech vertreten, die 1906 ihre Prüfung als Bergführerin ablegte. Icking erinnert als FrauenOrt an die Juristin und Frauenrechtlerin Anita Augspurg, die sich unter anderem für das Frauenwahlrecht engagierte.
Das Projekt umfasst 140 Frauen vom frühen Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, ausgewählt von einem wissenschaftlichen Beirat. Plaketten kennzeichnen ihre Wirkungsorte.
Murnau mit Gabriele Münter vertreten
Murnau ist mit Gabriele Münter Teil dieses bayernweiten Zusammenhangs. Die Malerin ist mit ihrem Leben und Schaffen eng mit ihrem Wohnort Murnau verbunden. Während sie hier schon lange einen festen Platz in der Kunst- und Kulturgeschichte hat, wurde ihre Bedeutung für die Klassische Moderne überregional lange weniger stark wahrgenommen als ihre Verbindung zu Wassily Kandinsky.
„Das Spannende an den FrauenOrten ist der Blick über den einzelnen Ort hinaus. Sie machen Leistungen von Frauen sichtbar, die in der Geschichtsschreibung längst nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie ihre männlichen Kollegen erhalten haben. Gabriele Münter ist dafür ein gutes Beispiel: In Murnau war sie immer präsent, ihr Schaffen und ihre bedeutungsvolle Rolle innerhalb der Entwicklung der Klassischen Moderne wurde international jedoch erst nach und nach umfassend gewürdigt“, sagt Dr. Sandra Uhrig, Leiterin des Schloßmuseums Murnau.
Nicht nur eine Frage der Geschichte
Die FrauenOrte schärfen auch den Blick dafür, wer heute Verantwortung übernimmt, Entscheidungen trifft und das öffentliche Leben prägt.
„Zum Glück ist es heute selbstverständlich, dass Frauen in allen Bereichen unserer Gesellschaft aktiv sind, Verantwortung übernehmen und Entwicklungen mitprägen. Das gilt auch für Führungsaufgaben. Bei uns im Rathaus sind die Abteilungsleiterfunktionen zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen besetzt. Aber Gleichstellung ist auch kein Selbstläufer. Entscheidend die Rahmenbedingungen, die es Frauen wie Männern ermöglichen, Verantwortung zu übernehmen.“, sagt Erster Bürgermeister Rolf Beuting.
Im Bild links: Christine Ickerott-Bilgiç, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schloßmuseum
Im Bild rechts: Dr. Sandra Uhrig, Leiterin des Schloßmuseums
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