Aktuelles

16. Oktober 2016
In diesem Jahr dreht sich bei den Horváth-Tagen in Murnau alles um Lebenslinien. © Ödön-von-Horváth-Gesellschaft

Vorschau: Horváth-Tage

Hochkarätig besetzt eröffnen die Horváth-Tage am 3. November 2016, um 18.00 Uhr im Schloßmuseum Murnau. Die Reihe steht heuer unter dem Motto: "Lebenslinien" – anlässlich der bedeutenden Sammlung von einzigartigen Dokumenten des Autors, die durch die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft erworben werden konnte. Denn die über 20 Dokumente beleuchten Horváths Leben von der frühesten Zeit über seine schriftstellerische Tätigkeit bis zu seinem Tod.

Besonders wichtig war es der Gesellschaft, dass diese größtenteils sehr persönlichen Lebenszeugnisse in Murnau, dem Ort, wo Horváth die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, ihre Heimat finden. Und wo könnten sie besser aufgehoben sein als im Schloßmuseum Murnau? Dort werden sie ab 3. November 2016 erstmals gezeigt und verbleiben dort anschließend als Dauerleihgabe.

Den Ödön-von-Horváth-Preis der Ödön-von-Horváth-Stiftung erhält in diesem Jahr der Filmemacher Edgar Reitz. Eigens für den Preisträger schafft der aus der Region Murnau stammende Bildhauer und Künstler Hans Angerer ein Kunstwerk, das Horváth und den Preisträger verbindet. Der mit 5.000 Euro dotierte Förderpreis geht an die Münchner Regisseurin Gesche Piening. Die von Christoph Süß moderierte Gala zur Preisübergabe findet am 4. November 2016, um 20 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung im Rahmen der Murnauer Horváth-Tage statt.

Seine ganz persönliche Sichtweise auf die Lebenslinien Ödön von Horváths zeigt der Münchner Theaterkritiker und Autor C. Bernd Sucher am 3. No-vember, um 20 Uhr. Während des literarischen Abends begleiten ihn die Schauspieler Angela Hundsdorfer und Michael Grimm als Lesende.

Das Thema „Lebenslinien" bestimmt auch die Theaterprojekte:

Ein Kind unserer Zeit, eine Neudramatisierung von Horváths letztem Roman, schildert in unmittelbar zupackender Sprache die Geschichte eines jungen Menschen, mit seinen Ängsten, seinen Gedanken und Sehnsüchten: zutiefst menschlich, berührend und mit horváthschem Witz. „Regisseur Georg Büttel und der Schauspieler Max Pfnür haben eine Dramatisierung zuwege ge-bracht, die man nicht anders als einen großen Wurf nennen kann", urteilte die Presse in Salzburg nach der Premiere im Mai dieses Jahres. (5. und 11.11., 20 Uhr, Ödön-von-Horváth-Aula)

Jetzt geh ich da so hin und her ist eine kabarettistische Reise durch ein bewegtes Leben in Europa. Schauspiel, Gesang, Tanz und Zauberkunst verbinden sich unter der Regie von Georg Büttel und Gaston Florin zu einer rasanten Revue im Stil der „Goldenen Zwanziger Jahre", deren Darsteller wesentliche Aufenthaltsorte des Autors Ödön von Horváth verkörpern. Mit Witz und Tiefgang folgen sie seinen kosmopolitischen Lebenslinien von Budapest über München, Murnau, Berlin, Wien und Salzburg bis nach Paris. (10. und 11.11., 20 Uhr, Griesbräu-Saal)

Auch Märchen beinhalten Lebenslinien, genauso wie Lebensbrüche. Sie sind allen Völkern gemeinsam und interessierten Horváth besonders. Ausgehend von seinem Text Das Märchen in unserer Zeit erarbeiten schutzgebende und -suchende Jugendliche aus Murnau eine eigene märchenhafte szenische Aufführung in der Regie von Dieter Kirsch und Johannes Riedelsheimer(6.11., 17 Uhr, Evang. Christuskirche)

Saša Stanišić, vielfach preisgekrönter Autor, erschafft in seinen Geschichten eine literarische Spiegelwelt voller Seltsamkeiten, Anlässen zum Wundern und Staunen, voller Unwegsamkeiten, Brüchen und einer melancholisch angehauchten Heiterkeit. In Murnau liest er aus seinem neuesten Werk „Fallensteller". „Ein genialer Erzählungsband. Von dem wird man lange reden." (Denis Scheck, 3sat). (9.11., 20 Uhr, Westtorhalle)

Die Murnauer Horváth-Gespräche finden auf interkultureller und internationaler Ebene an verschiedenen Schauplätzen in Murnau statt. Sie bieten u.a. Anlass zum Gespräch über aktuelle Bearbeitungen von Horváth-Werken für Film und Theater und über die Rolle der Musik bei Horváth und Wolf Haas. (4. und 5.11.)

Und auf Murnaus Straßen und Plätzen, Veranstaltungsorten und Lebensorten, wie Cafés und Gaststätten, überraschen Sie Performances, durchgeführt von den Akteuren der Horváth-Revue und einer Theatergruppe des Staffelsee-Gymnasiums

Das vollständige Programm steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Programm "Horváth-Tage 2016"

Die Murnauer Horváth-Tage würdigen das Leben und Werk des Schriftstellers, seine zeitlose Aktualität, seinen Bezug zu Bayern und Murnau, seinen kritischen Blick auf die Gesellschaft und ihre Fragen und erreichen damit ein breites, überregionales Publikum. Zugleich werden im Rahmen der Veranstaltungen wichtige Impulse für die zukünftige Beschäftigung mit und die Forschung zu diesem Autor von Weltgeltung gesetzt. Der Markt Murnau unterstützt dieses Projekt zusammen mit anderen Sponsoren. Für das Gesamtkonzept der Murnauer Horváth-Tage sind seit 1998 Gabi Rudnicki, Erste Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft, und Georg Büttel, Zweiter Vorsitzender und Künstlerischer Leiter, verantwortlich.

Die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft arbeitet mit regionalen und überregionalen Institutionen zusammen. Veranstalter und Mitwirkende bürgen für die Qualität des Programms und zeigen Murnau als Ort lebendiger literarischer Auseinandersetzung und inspirierender kultureller Begegnungen.

„Wenn ich nur wieder in Murnau sein könnte...", schrieb Ödön von Horváth 1929 an eine Freundin. Mit dem Ort am Staffelsee verband ihn nicht nur das Haus seiner Eltern, in dem er von 1924 bis 1933 lebte, nicht nur seine Freundinnen und Freunde, nicht nur das Gefühl, endlich eine Art Heimat gefunden zu haben. In Murnau und der Region fand der Weltliterat, der sich – wie sein Freund Carl Zuckmayer schrieb – als „Bayer aus Murnau" verstand, wesentliche Anregungen für seine Werke.

Kontakt

Ödön-von-Horváth-Gesellschaft
Postfach 1144
82418 Murnau a. Staffelsee

E-Mail: info@horvath-gesellschaft.de │ www.horvath-gesellschaft.de