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12. August 2015
Maria Marc, Mummenschanz, um 1911 © Dauerleihgabe der PSM Privatstiftung, Schloßmuseum Murnau

Zuwachs im Schloßmuseum

Das Schloßmuseum Murnau freut sich über Zuwachs: das Gemälde „Nächtlicher Mummenschanz", von Maria Marc aus dem Jahr 1911, das zum Nachlass von Franz und Maria Marc gehört, und zwei Nachbildungen des Altöttinger Mariengnadenbildes, eine Pietà und die Figur eines Engels, die aus Süddeutschland aus der Zeit um 1800 stammen. Es sind Werke, die aus dem unmittelbaren Umfeld der Künstler_innen des Blauen Reiters stammen und in Zukunft dem Schloßmuseum Murnau als Leihgaben zur Verfügung stehen.

In dem großformatigen Bild "Nächtlicher Mummenschanz" gibt Maria Marc originell verkleidete Figuren in winterlicher Landschaft wieder und gestaltet einen volkstümlichen Fastnachtsbrauch nach ihrer Phantasie. Die originelle, vergnügliche Darstellung ist sowohl in der Komposition als auch in der lebhaften Farbigkeit der Figuren, die sich in Dunkelheit und Schnee voran bewegen, charakteristisch für die bedeutende Phase der Entstehung des Blauen Reiters, die unmittelbar mit den gemeinsamen Vorbereitungsschritten in Murnau verbunden war.

Kinder, Spielzeuge und einfallsreiche figürliche Szenerien spielten im Schaffen Maria Marcs immer wieder eine zentrale Rolle. Zugleich ist Maria Marcs Gemälde ein wunderbares Beispiel für den expressiven, abstrahierenden Stil dieser Malerin, den sie um 1911 parallel zur bedeutenden Kunst ihres Mannes Franz Marc entwickelte, als dessen Malerei eine neue, zukunftweisende Qualität erreichte.

Wassily Kandinsky und Gabriele Münter liebten alte volkstümliche Hinterglasbilder und Schnitzfiguren. Ein Glücksfall führte nach jahrelanger Recherche dazu, dass die Privatstiftung Schloßmuseum Murnau vier volkstümliche Schnitzfiguren aus der ehemaligen Sammlung von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter erwerben konnte: zwei Nachbildungen des Altöttinger Mariengnadenbildes.

Ihre Sammlungsstücke entdeckten die beiden Maler zum Beispiel in Tandlerläden oder auf der Münchner Dult. Sie gruppierten sie mit zahlreichen weiteren volkstümlichen Objekten in ihrem Murnauer Haus und in der Münchner Wohnung auf Tischen und Vitrinen, wie historische Fotos aus der Zeit um 1910 dokumentieren. Das Interesse an Stücken dieser Art war keine rein private Liebhaberei. Es war darüber hinaus Ausdruck ihrer tieferen künstlerischen Überzeugung und ihrer Einstellung zur eigenen Malerei und hatte entscheidende Auswirkungen auf ihre Kunstauffassung und deren gestalterische Umsetzung.

In besonderer, charakteristischer Weise gab Gabriele Münter Hinterglasbilder und Schnitzfiguren der häuslichen Sammlung in ihren Gemälden wieder, wie in der ständigen Präsentation des Schloßmuseums Murnau beispielhaft und anschaulich zu sehen ist. Erfreulich ist also, dass dank der Privatstiftung Schloßmuseum Murnau mit diesen vier Schnitzfiguren Objekte aus der Sammlung dieser berühmten Maler als Dauerleihgabe wieder an ihren authentischen Ort zurückkehren konnten.

Dr. Sandra Uhrig, Direktorin des Schloßmuseums Murnau, konnte die neuen Leihgaben bereits entgegennehmen und teilt die Freude der vielen Stifter_innen, Spender_innen und Freunde/Freundinnen der PSM, in viel Kleinarbeit immer wieder neue Stücke zu entdecken und die finanziellen Voraussetzungen für einen Erwerb zu schaffen.

Kontakt

Schloßmuseum Murnau
Schloßhof 2-5
82418 Murnau a. Staffelsee

Telefon: 08841 476-207 (Kasse) oder -201 (Verwaltung)
E-Mail: schlossmuseum@murnau.de | www.schlossmuseum-murnau.de