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26. Februar 2016
Wassily Kandinsky Rapallo – Weiße Segel, 1906, Öl auf Karton mit Leinenstruktur, Dauerleihgabe aus Privatbesitz © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv

Neuzugänge im Schloßmuseum

Seit Mitte Februar 2016 präsentiert das Schloßmuseum Murnau fünf neue Dauerleihgaben in seinen Ausstellungsräumen. Der Sammlungsschwerpunkt "Gabriele Münter" konnte durch zwei Gemälde erweitert werden, und die Werkreihe um den "Blauer Reiter" durch Bilder von ihrem langjährigen Lebensgefährten Wassily Kandinsky, von Alexej Jawlensky und von Max Beckmann.

Die beiden neuen Frühwerke Münters verdichten zusammen mit dem, im letzten Jahr an das Schloßmuseum vermachte Gemälde „Palast bei Tunis" aus dem Jahr 1905 die neue Serie der Werke Münters vor ihrer Murnauer Zeit. Ihre für diese Schaffensphase noch typische Spachteltechnik legt sowohl in "Landschaft in Sachsen" (1905) als auch in "Picknick im Park" (1906) den Fokus auf reine, leuchtende Farben. Diesen am Impressionismus orientierten Malstil behält Münter bis zum Wendepunkt in Murnau im Spätsommer 1908 bei, ab dem sie ihre charakteristische expressive Malweise entwickelte.

Auch das in Ligurien entstandene Ölgemälde "Rapallo – Weiße Segel" (1906) von Wassily Kandinsky ist mit seinen schillernden Wasserflächen noch ganz im nachimpressionistischen Stil gemalt. Mittels dieser drei Werke lässt sich die frühe Entwicklung des Künstlerpaares und deren Malweise vor ihrem einschneidenden Aufenthalt in Murnau a. Staffelsee gut verfolgen.

Neu in der Sammlung ist auch die Ölskizze "Liegendes Mädchen" (1917) von Alexej Jawlensky. Sie zeigt die junge Galka Scheyer (damals noch Emmy Scheyer) leicht bekleidet
auf einer Schlafstätte ruhend. Die fünfundzwanzig Jahre jüngere Frau trat 1916 in Jawlenskys Leben, wurde zu dessen neuer Förderin und löste somit Marianne von Werefkin in dieser Rolle ab.

Ebenfalls neu im Blaue-Reiter-Raum ist der "Raub der Europa" (1933) von Max Beckmann, das auf der Höhe der malerischen Ausdruckskraft des Künstlers entstanden ist. Es zeigt die hilflose und verzweifelt rufende Europa, die von Zeus in Stiergestalt mit einem Hörnerstoß auf dessen Rücken geworfen wird. Das Gemälde wird oft als eine Erwiderung Beckmanns auf dessen Ausschluss aus der Frankfurter Städelschule durch die Nationalsozialisten gewertet und kann so als politische Äußerung über Macht und Unterdrückung interpretiert werden.

Alle fünf aus Privatbesitz stammenden Gemälde stehen demnach jeweils für bedeutende Momente im Leben und der malerischen Entwicklung der vier Künstler und bilden so eine wertvolle Erweiterung der Sammlung des Schloßmuseums Murnau.

Kontakt

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82418 Murnau a. Staffelsee

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