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01. Oktober 2017
Nicht an den Blättern, sondern an der Rinde erkennt man, ob Ahornbäume an der Rußrindenkrankheit leiden.

Kranker Ahorn?

Reißt an absterbenden Ahornbäumen die Rinde auf und treten darunter dunkle, rußähnliche Pilzsporen zutage, sind dies Zeichen für einen Befall des Baumes durch die Erreger der Rußrindenkrankheit. Das Fällen ist in der Regel - insbesondere in städtischen Grünanlagen oder in privaten Gärten - aus Sicherheitsgründen unvermeidbar. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) rät, das Fällen und Aufarbeiten nur von dafür ausgebildeten Fachleuten vornehmen zu lassen.

Vorsicht Pilzsporen

Das Fällen und Aufarbeiten von kranken Bäumen oder Totholz bergen generell eine erhöhte Unfallgefahr. Dr. Alexandra Riethmüller, Mitarbeiterin der SVLFG rät aber auch aus anderen Gründen, den Aufenthalt in der Nähe von Ahornbäumen mit Rußrindenkrankheit zu meiden: "Sporen dieser Pilzart können eine sog. Farmerlunge auslösen. D. h. eine Entzündung der Lungenbläschen. (...) Krankheitssymptome, wie zum Beispiel Reizhusten, Fieber, Atemnot oder Schüttelfrost, treten charakteristischerweise sechs bis acht Stunden nach dem Kontakt auf und halten mehrere Stunden, selten über Tage oder Wochen, an."

Dr. Riethmüller ist im Bereich Prävention u. a. zuständig für biologische Gefährdungen, zu denen auch der Erreger der Rußrindenkrankheit des Ahorns gehört. Sie weist darauf hin, dass Fällarbeiten möglichst bei feuchter Witterung durchgeführt werden sollten, um eine Ausbreitung der Konidien einzudämen. Das befallene Holz eignet sich übrigens nicht als Brennstoff.

Schutzmaßnahmen ergreifen

Grundsätzlich rät Dr. Riethmüller zur Vollmechanisierung (Harvester). Kommt nur eine motormanuelle Fällung in Frage, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehört das Tragen einer Schutzausrüstung für Waldarbeit. Zusätzlich werden eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP 2 mit Ausatemventil, eine Schutzbrille und ein körperbedeckender Schutzanzug mit Mütze benötigt. Um die Sporen nicht in andere Arbeitsbereiche oder in die Wohnung zu tragen, müssen alle mehrfach verwendbaren Teile der Schutzausrüstung nach Verwendung gründlich gereinigt werden. Einweganzüge sind fachgerecht zu entsorgen.

Wer hilft weiter?

Wer erkrankte Bäume im eigenen Bestand hat, sollte sich an die zuständigen Förster*innen oder an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung wenden, um das weitere Vorgehen abzusprechen. In der Regel können dort auch Adressen von forstwirtschaftlichen Dienstleistern erfragt werden.

Weiterführende Informationen und eine Musterbetriebsanweisung gibt es online auf der Website der SVLFG unter Eingabe des Suchbegriffs "Rußrindenkrankheit". Für eine persönliche Beratung stehen Ihnen die Präventionsmitarbeiter*innen der SVLFG zur Verfügung. Die regional zuständigen Ansprechpartner*innen sind ebenfalls online zu finden. Hierzu gehen Sie auf der Website der SVLFG auf Prävention, Ansprechpartner.

Kontakt

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Garten
Weißensteinstraße 70-72
34131 Kassel

Telefon: 0561 785-0
E-Mail: kommunikation@svlfg.de | www.svlfg.de