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04. Juni 2017
Nach den Fällungen zieht die LfL Bilanz. © Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Ergebnisse in Sachen ALB

Die von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) angekündigten Fällungen im Bereich des Alten Volkfestplatzes in Murnau haben vom 21. März bis zum 7. April 2017 stattgefunden. Grund für die Maßnahme war der Fund des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) im Oktober 2016 mit der Feststellung von etwa 20 Befallsbäumen.

Bei den Fällungen wurden sechs weitere Gehölze mit ALB-Befall festgestellt, die unmittelbar entnommen wurden. Zwei von ihnen enthielten lebende Stadien des ALB, dieser Fund führt zu einer Erweiterung der Befallszonen.

Betroffen von den Fällmaßnahmen waren in erster Linie Grundstücke der Marktgemeinde Murnau und der Deutschen Bahn AG. Lediglich knapp 5 % der betroffenen Gehölze standen auf Privatgrund. Von den etwa 3.500 entnommenen Gehölzen hatten fast 70 % einen Durchmesser von unter bzw. genau zwei Zentimetern. Am häufigsten betroffen war die Gattung Ahorn mit etwa 56 %. Neben der Gattung Hasel (etwa 26 %) und Weide (etwa 7 %) wurden neun weitere Laubgehölzgattungen entnommen.

Für die Kontrolle des Schnittgutes waren täglich sechs bis acht ALB-Spürhundeführer*innen mit im Schnitt acht Hunden sowie zusätzlich etwa fünf Kontrollpersonen im Einsatz. An der Maßnahme waren insgesamt 14 ausgebildete Spürhunde beteiligt. Die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Murnau, der ausführenden Firma, der Deutschen Bahn AG sowie den beteiligten Grundstückseigentümer*innen und den externen Hundeführer*innen lief optimal.

Nach der Erfassung und Dokumentation der Befallsmerkmale vor Ort sowie intensiven Untersuchungen entnommener Holzproben im Freisinger LfL-Quarantänelabor liegen folgende Ergebnisse der Murnauer Fällmaßnahme vor: Gefunden wurden knapp 70 lebende ALB-Larven, eine ALB-Puppe, acht tote ALB-Käfer im Holz, etwa 90 offene Ausbohrlöcher sowie rund 1.000 frische Eiablagen.

Ein Teil des befallenen Gehölzmaterials wird mittels einer neuen Methode untersucht. Die Ergebnisse hierzu stehen noch aus und müssen den bereits erhobenen Daten später zugerechnet werden. Die LfL plant eine Informationsveranstaltung bei der alle Ergebnisse und das weitere Vorgehen detailliert vorgestellt werden.

Im weiteren Vorgehen wird die Befallszone in Murnau um jeweils einen 100 Meter-Radius um die zwei gefundenen Weiden, die lebende Stadien des ALB enthielten, nach Norden hin erweitert (siehe angehängte Karte der Befallszone). Der Quarantänezeitraum gemäß der Allgemeinverfügung vom 3. Februar 2017 bleibt nach diesen Funden unverändert.

Im ersten Schritt wird nun in dem neuen Bereich der Befallszone zeitnah ein Baumkataster erstellt. Dafür sind die LfL-Expert*innen voraussichtlich ab Anfang Juni vor Ort im Einsatz. Sobald die Vorbereitungen abgeschlossen sind, werden innerhalb der erweiterten Zone weitere Fällungen folgen.

Um die Grenzen des ALB-Befallsgebietes sichtbar zu machen, werden in Kürze Schilder an gut sichtbaren Punkten aufgestellt. Zudem werden ab Ende Mai 2017 im Umkreis von circa 500 Metern um den Befallsmittelpunkt für das ergänzende Monitoring knapp 50 ALB-Lockstofffallen aufgehängt. Diese Fallen werden bis einschließlich Oktober 2017 etwa alle vier Wochen kontrolliert.

Kontakt

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Institut für Pflanzenschutz
Lange Point 10
85354 Freising

Telefon: 08161 71-5730
E-Mail: ALB@lfl.bayern.de