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10. August 2017
Prozession von Raupen des Eichenprozessionsspinners © FVA Baden-Württemberg

Vorsicht ist geboten

Wer sich jetzt im Wald oder am Waldrand aufhält, sollte nicht nur die Gefährdung durch Zecken im Auge behalten, sondern auch auf die Raupen und Gespinste der Eichenprozessionsspinner achten - auch dort, wo die unscheinbaren Nachtfalter bereits in den Vorjahren aufgetreten sind.

Eichenprozessionsspinner kommen vor allem in lichten Eichenwäldern vor. Eine Berührung der Raupen kann allergische Reaktionen an den Atemwegen und der Haut auslösen. Aber auch ihre Gespinste stellen eine nicht zu unterschätzende Allergiequelle dar. Sie haften noch Monate nach dem Schlüpfen an Bäumen und Büschen oder liegen auf dem Boden. Direkter Kontakt ist auf jeden Fall zu meiden.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) empfiehlt, Gespinste der Eichenprozessionsspinner nur von Spezialist*innen, zum Beispiel von dafür ausgebildeten Baumpfleger*innen, von der Feuerwehr oder von ausgebildeten Schädlingsbekämpfer*innen mit entsprechender Ausrüstung entfernen zu lassen.

Die feinsten Raupenhärchen sind von sehr langer Haltbarkeit. Deshalb geht die Gefährdung nicht nur von den Raupen, sondern auch von den verlassenen Nestern aus, in denen sich die Brennhaare auch dann noch befinden, wenn die Raupen sich bereits gehäutet und verpuppt haben.

Diese verlassenen Nester stellen noch lange Zeit eine Allergiequelle dar. Die Raupenhaare sind so leicht, dass sie vom Wind weiter getragen und so fein, dass sie sogar eingeatmet werden können. Mit ihren Häkchen haften sie an Schuhen und Kleidern und dringen schließlich durch die Haut und über die Schleimhäute in den Organismus ein.

Wie können Sie sich schützen?

Die einfachste und wichtigste Schutzmaßnahme ist, den Kontakt mit den Brennhaaren zu vermeiden. Wer nicht unbedingt muss, sollte befallene Waldgebiete nicht aufsuchen. Wer im Wald arbeitet, sollte unbedingt vor Arbeitsbeginn prüfen, ob sich dort Gespinste befinden und dies gegebenenfalls in seine Arbeitsorganisation einplanen.

Lässt sich die Arbeit in der Nähe befallener Bäume oder Sträucher nicht umgehen, dann sind Schutzmaßnahmen zu treffen. Es wird das Tragen persönlicher Schutzausrüstung empfohlen. Dazu gehören:

  • Schutzbrille (Korbbrille)
  • partikelfiltrierender Atemschutz der Klasse FFP2/FFP3 mit Ausatemventil
  • körperbedeckende Arbeitskleidung mit Kopfbedeckung oder ein Einweg-Overall (Chemi-kalienschutz Typ 4B),
  • Schutzhandschuhe mit ausreichender mechanischer Belastbarkeit
  • geschlossene Schuhe

Die getragene Arbeitskleidung sollte nicht in den Wohnbereich gelangen und muss nach dem Arbeitseinsatz umgehend gewaschen werden. Benutzte Einwegoveralls sind nach dem Einsatz in geschlossenen Plastiksäcken zu entsorgen. In jedem Fall ist es nach einem Kontakt mit den Raupenhärchen erforderlich, sich gründlich zu duschen und die Haare zu wa-schen.

Was tun, wenn Symptome auftreten?

Sollten Sie während der Arbeit Hautreaktionen oder Atemwegsbeschwerden feststellen, brechen Sie Ihre Tätigkeit umgehend ab und suchen Sie einen Arzt auf. Treten Krankheitssymptome zeitverzögert auf, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Informieren Sie ihn, dass ein Zusammenhang zwischen den Symptomen und den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners möglich sein kann.

Weiterführende Informationen und eine Musterbetriebsanweisung zum Schutz vor Eichenprozessionsspinnern gibt es im Internet unter www.svlfg.de > Suchbegriff: Eichenprozessionsspinner. Die regional zuständigen Ansprechpartner*innen sind ebenfalls dort zu finden.

Kontakt

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
Weißensteinstraße 70-72
34131 Kassel

Telefon: 0561 9359-0
Telefax: 0561 92830-1600
E-Mail: kommunikation@svlfg.de │ www.svlfg.de