Aktuelles

30. April 2016

Von Armut betroffen

Über Armut im Landkreis Garmisch-Partenkirchen informierten Annette Wagner und Nadja Braun (Caritas) am vergangenen Montag. Essentiell dabei: Die Schere geht auch im Landkreis immer weiter auseinander. Und auch wenn Armut in Wohlfahrtsstaaten immer relativ zu betrachten ist, so ist sie stets mit einer beschränkten Teilhabe an der Gesellschaft verbunden.

Während die Armutsquote in Deutschland bei 15,4 Prozent liegt, ist die des Landkreises Garmisch-Partenkirchen bei 8,1 Prozent positioniert. Die SGB-II Quote, die lediglich die Bevölkerung im Alter unter 65 Jahren berücksichtigt, liegt bei 9,5 Prozent national und regional bei 4,5 Prozent. Zu den Risikogruppen, die von Armut betroffen sein können, zählen dabei vor allem Rentner, Alleinerziehende, Erwerbslose, Kinder und Jugendliche sowie Migranten.

Die Zahl der Arbeitslosen, insbesondere Langzeitarbeitsloser, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist auf 4,5 Prozent gestiegen. Fast jeder Fünfte lebt von weniger als 1.100 EUR Netto monatlich. Dies ist vor allem auf die Niedriglohnsektoren - der Dienstleistungs- und Tourismusbranche - zurückzuführen. Doch die Ursachen für Armut sind auch im Landkreis vielfältig: geringe Betreuungszeiten für Kinder und Jugendliche, hohe Mieten, stark gestiegene Kaufpreise für Bauland und Selbstständigkeit.

Auch die Grundsicherungsleistungen, insbesondere bei älteren Menschen, zählen zu den Ursachen von Armut. Vor allem Frauen erhalten nur eine geringe Rente. Aber auch Erwerbstätige können ihren Anspruch verlieren, wenn ihr Einkommen knapp über dem Berechnungssatz liegt. Und auch Scham und Unwissenheit spielen hier eine wesentliche Rolle. Denn viele Menschen, die einen Anspruch auf Grundsicherungsleistungen für Rentner bzw. für Erwerbsfähige haben, beantragen diese nicht.

Im Landkreis Garmisch-Partenkrichen gibt es für von Armut betroffene Bürgerinnen und Bürger zusätzliche Hilfsangebote. Dazu zählen u. a. die Angebote der Caritas, die folgende Schwerpunkte abdecken: Schuldnerbeartung, Migration und Asyl, soziale Betreuung, Familienberatung, Mehrgenerationenhaus und Menü-Service. Darüber hinaus gibt es im Landkreis Angebote zur Vermeidung von Obdachlosigkeit, Information zu Betreuung und Sozialleistungen u. a. Und auch Die Tafel, der Prozentmarkt und der Freizeit-Pass sind für von Armut Betroffene von besonderer Bedeutung.

Kontakt

Caritas Mehrgenerationenhaus
Dr.-August-Einsele-Ring 18
82418 Murnau a. Staffelsee

Telefon: 08841 628113
Telefon der Referentin Nadja Braun: 08821 943480
www.caritas-nah-am-naechsten.de